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Kaufen Sie ein Elektroauto!

Dieser Eintrag stammt von Fritz Gempel Am 31.5.2011 @ 15:41 In Strategie, Sonstiges | 1 Kommentar

Der beste Marketingtipp heißt jetzt “Kaufen Sie ein Elektroauto für Ihr Unternehmen!” Mit einer auffälligen Fahrzeugbeschriftung versehen, nutzen Sie das E-Mobil für kleinere Lieferfahrten und parken es ansonsten demonstrativ möglichst nah am Ladeneingang. Vielleicht werden Sie auch bald eine Münztankstelle für die E-Bikes und E-Autos Ihrer Kunden einrichten. Die Verweildauer dieser Kunden in Ihrem Ladengeschäft wird sprunghaft ansteigen, denn das Tanken eines E-Fahrzeugs dauert!

Sie können nun einmal so handeln, weil Sie Öko-Überzeugungstäter sind. Sie können auch so handeln, weil Sie erkannt haben, dass Ökologie zentral wird, dass jedes Geschäft künftig nur noch funktioniert, wenn es für die Natur, Klima und nachfolgende Generationen verträglich ist. Sie können aber auch so handeln, weil Sie teueres Benzin und teuere KFZ-Steuern sparen wollen . Es ist aber auch nicht unanständig so handeln, weil Sie damit Marketing für Ihr Geschäft betreiben.

Die enorme Öffentlichkeitswirkung, die derzeit mit einem Elektroauto erreicht werden kann, rechnet schon den Mehrpreis in der Anschaffung. Aber das Elektroauto ist hier nur ein Symbol für eine größere Entwicklung. Deutschland hat längst angefangen, aus dem weltweit besten aller Wirtschaftssysteme, der sozialen Marktwirtschaft, eine Ökologische Soziale Marktwirtschaft zu machen. Wir werden - aus Vernunft oder aus der Not heraus - Ressourcen stärker besteuern und Arbeit dafür weniger: Alle Produkte aus den knapper werdenden Bodenschätzen werden teuerer werden müssen, die Mineralölsteuer und die Mehrwertsteuer auf ökologisch schädliche Produkte werden steigen.

Die Preise werden künftig stärker die ökologische Wahrheit sagen müssen. Das ist gut für uns alle. Denn das heißt, dass wir uns Produkte, die wir uns ökologisch leisten können, auch ökonomisch bezahlen können! Handwerkliche Erzeugnisse, die heute vor allem teuer sind, weil sie arbeitsintensiv hergestellt werden, werden dadurch günstiger. Alles, was viele Rohstoffe und viel Energie verbraucht und weit gefahren werden muss, wird dadurch teuerer. Wir haben drei Möglichkeiten, dieser Entwicklung zu begegnen:

1. Wir schauen zu, bleiben passiv, lassen die Sache mal auf uns zukommen.

2. Wir schimpfen auf diese Entwicklung - etwa so wie der letzte Deutsche Kaiser vor gut 100 Jahre, als er sagt: “Ich bin überzeugt, dass das Automobil eine vorübergehende Entwicklung ist. Die Zukunft gehört dem Pferd!”

3. Wir zeigen als Vorturner des ökologischen Wandels, dass wir selbst Teil der Moderne, Teil der Zukunft sind!


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