Archiv der Kategorie Sonstiges

Blöde Bionade-Kunden

Bionade, das war mal “das Getränk einer besseren Welt”. Da war nicht nur Bio drin, die Brause transportierte auch Glaubensbekenntnisse, etwa gegen Atomkraft oder gegen Gentechnik.

Das Sponsoring des Herstellers passte zu den vielen ökologischen und alternativen Absichten der Limotrinker. Wir wissen: Genau so wird eine Marke gemacht! So entsteht Profil. Doch jetzt kommt Dr. Oetker und kauft Bionade. Offensichtlich finden die Oetker-Manager die Bionaden-Kunden ziemlich blöd. Jedenfalls kappten die Oetker-Leute jetzt das Sponsoring für die Öko-Projekte. Nichts mehr mit Gratis-Limo für die Treckerfahrer auf Demonstrationen in Gorleben oder Berlin. Künftig will der Lebensmittelkonzern lieber auf Gesundheit und so setzen. Der gute Rat: Wer seine Kunden blöd findet, sollte auch lieber nicht versuchen, ihnen etwas zu verkaufen!

Klasse aber, wie gut “Markt” funktioniert: Schon stellen die anderen Öko-Brausehersteller heraus, dass sie nach wie vor mit Wort und Tat und Geld auch die Überzeugungen ihrer Kunden teilen. So gibt etwa die Öko-Brauerei Neumarkter Lammsbräu jährlich 10.000 Euro Preisgeld für Innovationen im Ökolandbau. Und der Bräu selbst, Franz Ehrnsperger, marschiert beim Anti-Gentechnik-Marsch “Genfrei gehen” selbst mit. Gut gemacht!

Familienfreundlichkeit und Generationengerechtigkeit

Die beiden Begriffe klingen sehr nach ganz großen Worten, sind aber vor allem in mittleren und kleinen Unternehmen zuhause: Familienfreundlichkeit erlebe ich bei meinen Kunden im Handwerk beispielsweise durch:

·         Beschäftigungs- und Karrierechancen für Frauen

·         Hohe Rückkehrquote von Frauen nach der Babypause

·         Unbürokratische Lösungen, wenn eine Arbeitnehmerin eine Betreuung für das Kind braucht

·         In vielen Familienbetrieben sind er und sie, also ganze (Ehe-)Paare beschäftigt.  Generationengerechtigkeit erkennen wir in der handwerklichen Lebens- und Wirtschaftsweise durch:

·         Altersgemischte Teams, in denen die älteren Mitarbeiter/innen eine ihrer Lebens- und Berufserfahrung angemessene Position einnehmen.

·         Gute Chancen zur beruflichen Neuerfindung (Fleischerei-Fachverkäuferin macht Zusatzqualifikation zur Ernährungsberaterin).

·         Hohes Maß an gemeinschaftlichem Arbeiten und Solidarität unter den Kolleginnen und Kollegen.

·         „Familienunternehmen“, in denen das „Familienoberhaupt“ eine Verantwortung empfindet, die weit über die des bloßen Arbeitgebers hinausgeht.    

Es wurden wirklich gute Anfänge gemacht. Gleichermaßen müssen wir in den Disziplinen Familienfreundlichkeit und Generationengerechtigkeit noch besser werden. Ganz aktuell startet hier der Landesinnungsverband Baden-Württemberg des Fleischerhandwerks zusammen mit der BWHM (Beratungsgesellschaft des Baden-Württembergischen Handwerkstages) eine viel versprechende Initiative (www.fleischerverbandbw.de). Als Vordenker für die Umsetzung von Generationengerechtigkeit darf das Roman Herzog Institut gelten (www.romanherzoginstitut.de) und in Sachen Familienfreundliches Unternehmen gibt das dafür zuständige Bundesministerium nutzbringende Informationen heraus (www.bmfsfj.de). Wenn Sie selbst Erfahrungen mit der Umsetzung von Maßnahmen für Mütter und ältere Mitarbeiter/innen gemacht haben, teilen Sie mir diese doch mit! Denn: Nichts überzeugt mehr als erfolgreiche Praxisbeispiele!

Wohnortnahe Standorte wieder im Kommen

“Wir sehen im Lebensmittelhandel erste Anzeichen für eine Renaissance des Einzelstandorts in Großstädten beziehungsweise in hoch verdichteten Wohngebieten”, so kommentiert Dr. Eberhard Stegner, GfK Einzelhandelsexperte, im Newsletter im der GfK-Geomarketing aus Nürnberg von heute. Rewe zeigt mit “Rewe City” wie der fußläufig erreichbare kleine Supermarkt der Zukunft aussieht und Tengelmann will in die gleiche Richtung marschieren.

Diese Nachricht ist der Vorbote für die Wiedergeburt der klassischen Metzger- und Bäckerstandorte in den Wohngebieten. Dabei könnten die Unternehmen des Lebensmittelhandwerks gemeinsam auch die Nahversorgerfunktion übernehmen, welche die Handelskonzerne jetzt wieder für sich entdecken.

Die Entwicklung ist nur logisch: Immer weniger können oder wollen mit dem Auto zum Einkaufen fahren. Der beginnende Wandel im Bereich privater Mobilität fördert die wohnortnahen Standorte. Für die Planung eines solchen Standortes fordert die GfK, dass in einem Radius von fünf bis acht Gehminuten zwischen 690 und 3150 Menschen leben sollten. Die Kunden dieser traditionellen Standorte sind schließlich fußläufige “Taschenkunden” - und damit ist das Einzugsgebiet eines solchen Standortes auch eng begrenzt. 

Pro Fleisch

„Dürfen wir überhaupt Tiere töten, um deren Fleisch zu essen?“ Die Zahl derer, die vegetarisch oder vegan leben steigt ständig. Nicht zuletzt wegen der Berichterstattung über große industrielle Schlachthöfe fragen sich viele Verbraucher, inwieweit das Schlachten von Tieren noch vertretbar ist. Der Vorwurf Fleisch essen sei klimaschädlich tut sein Übriges. Dabei gibt es auch viele Argumente „Pro-Fleisch“. Hier die vier wichtigsten:

1.      Das Natur-Argument: Es ist Teil der natürlichen Ordnung, dass Menschen Fleisch essen. Seit Anbeginn der Menschheitsgeschichte essen wir Fleisch. Wir berufen uns dabei auf die natürliche Ordnung, in der der Mensch als Allesfresser angelegt ist.  

2.      Das Kultur-Argument: Die Evolution hat den Menschen mit und durch den Fleischkonsum an seine Spitzenposition gebracht. In den letzten Jahrtausenden sind wir gerade auch mit dem Fleischessen an die Spitze der Lebewesen gekommen. Wir sind Lebewesen mit Vernunft und Verantwortung für unser Tun, mit höherer Intelligenz und einer Seele. Das alles gibt uns auch das Recht Tiere zu töten, um deren Fleisch zu essen. Unsere Spitzenposition gibt uns aber gleichzeitig auch die Verantwortung darüber. Wir sind also auch für den Tierschutz bei der Schlachtung oder andere Fragen zuständig. Diese Verantwortung gilt für alle, gleich ob es sich um einen handwerklichen oder industriellen Betrieb handelt.  

3.      Das Bibel-Argument: Die christliche Rechtfertigung für das Schlachten und Fleischessen. Das Schlachttier habe einen Mangel an Vernunft und sein Leben und Sterben zu unserem Nutzen sei die gerechte Anordnung des Schöpfers – so sagt es der christlichen Überlieferung zufolge der Kirchenvater Augustin und so lassen sich eine Reihe von Bibelzitaten finden, die das Fleischessen als normal und in Ordnung darstellen.  

4.      Das Ernährungsargument: Fleisch-Verweigerern droht eine Mangelernährung. Das tierische Eiweiß ist der Baustoff unseres Körpers, den er ganz besonders gut in funktionierende Organe, straffe Muskeln und glatte Haut, schöne Fingernägel und feste Haare umwandeln kann. Eine rein vegane Ernährung führt bei Erwachsenen zu Mangelerscheinungen. Bei Kleinkindern kann sie zu Krankheiten führen und bei Babys ist sie sogar lebensbedrohlich.   

Ja, wir dürfen Tiere essen. Die Frage darf daher nicht lauten, ob wir Fleisch essen, sondern woher es kommt, ob die Tiere schonend geschlachtet wurden und ob wir unserer Verantwortung gegenüber anderen Lebewesen gerecht werden. 

         Autor: Fritz Gempel

Familienunternehmen und Nachhaltigkeit

Familienunternehmen sind in besonderer Weise nachhaltig – und das nicht nur, wenn sie Sonnenkollektoren auf dem Dach des Betriebsgebäudes haben. Fünf wichtige Argumente für die Nachhaltig von Familienunternehmen sind: 

1. Familienunternehmer/innen planen dynastisch. Die „Vom Vater auf den Sohn“ – Denke schafft nachhaltig bestehende Unternehmen. Kurzfristig ausgerichtete Schnäppchenjäger- oder Heuschrecken-Mentalitäten sind den Familienunternehmer/innen grundsätzlich wesensfremd.

2. Familienunternehmer/innen beweisen eine höhere Standortbindung und fördern so nachhaltiges Wachstum in der Region. Gerade in strukturschwachen Regionen ist daher die gezielte Stärkung von Klein- und Mittelunternehmen Erfolg versprechend.

3. In Familienunternehmen lebt das Modell „Familie“ auch in der Beziehung zu den Mitarbeiter/innen. Chefs, die das Unternehmen ähnlich einem Familienoberhaupt führen, vermitteln den Mitarbeiter/innen eine hohe Arbeitsplatzsicherheit. So steigt das Gefühl der Zugehörigkeit und die Austrittsbarrieren werden höher gesetzt.

4. Die Unternehmerfamilie lebt dort, wo das Unternehmen wirtschaftet – das wird zur Verpflichtung. Familienunternehmen zeigen grundsätzlich in besonderem Maße sozial verträgliches, ethisch korrektes und ökologisch verantwortbares Handeln.

5. Vorrangiger Antrieb von Familienunternehmen ist die wirtschaftliche Existenzsicherung der Familie. Dieser Unternehmenszweck ist generell nachhaltiger als die von den Kapitalmärkten verlangte Maxime „Ertragssteigerung um jeden Preis“.