Archiv der Kategorie Strategie

Delegieren, leicht gelernt

Es gibt ein Thema in meinen Führungskräftetrainings, das bei kleinem Aufwand eine hohe Wirkung zeigt. Es geht um Delegieren – das Abgeben von Verantwortung. Das Grundproblem ist, dass alle Chefinnen und Chefs täglich viel zu viele dringende Arbeiten zu erledigen haben. Das Risiko ist, dass wirklich Wichtiges dann liegen bleibt. Anders gesagt: Die Zeit der Führungskräfte wird vom täglichen „Kleinscheiß“ aufgefressen. Die Lösung heißt Delegieren. Vor der vergleichsweise einfachen Umsetzung des Führungsprinzips Delegieren steht aber ein negativer Glaubenssatz, der in viele Köpfe geradezu eingemeißelt ist: „Wenn ich es nicht selbst mache, ist es nicht recht gemacht“ oder „Bevor ich es lange erkläre, kann ich es auch gleich selbst machen“. Ersetzen Sie daher diesen negativen Glaubenssatz durch „Ich suche mir neue ‚linke und rechte Hände’ in meinem Unternehmen – dann habe ich selbst die Hände frei zum Handeln“. Wenn die Blockade im Kopf ausgeräumt ist, die das Delegieren bisher verhindert hat, ist das Vorgehen logisch und einfach. 1. Sie suchen sich Mitarbeiter mit der erforderlichen Fachkompetenz, die zugleich Ihr persönliches Vertrauen haben. 2. Sie informieren diesen Mitarbeiter und alle anderen, die das wissen müssen über die neue Aufgaben- und Verantwortungsteilung. 3. Sie erteilen Vollmachen und geben die Freiheit der Durchführung, Sie geben also tatsächlich Verantwortung ab. 4. Sie vereinbaren einen Kontrolltermin – eine ständige Kontrolle erfolgt aber nicht. Das Ergebnis wird nicht zu 100 % so sein als hätten Sie es selbst gemacht. Was aber viel schwerer wiegt: Sie müssen es jetzt nicht mehr selbst machen!

Tierschutz – das neue „Bio“

Was es bei Eiern längst gibt, soll auch beim Fleisch Wirklichkeit werden: Eine Kennzeichnung hinsichtlich des Tierschutzstandards. Dieses langfristige Ziel steht über der Initiative des Deutschen Tierschutzbundes zur Einführung eines Tierschutzlabels. Das neue Label soll einen Mehr an Tierschutz auszeichnen und muss somit deutlich über den gesetzlichen Mindeststandards angesiedelt sein. In Deutschland wird das Marktsegment der an Tierschutz interessierten und zu einem Mehrpreis für Tierschutz beim Fleischeinkauf bereiten Verbraucher auf 20 % der Bevölkerung geschätzt. Wenn das neue Label eine Erfolgsgeschichte werden soll, müssen drei Anforderungen vereinbar sein:

1. Konkrete Verbesserungen beim Tierschutz, so dass negative Bilder zum Fleisch in den Köpfen der Verbraucher zuverlässig ausgeschlossen werden.

2. Diese Verbesserungen müssen von einer größeren Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe auch erfüllbar sein.

3. Das so gewonnene Fleisch und die daraus hergestellten Fleischerzeugnisse müssen für viele Verbraucher attraktiv sein.

Aus diesen Zielvorgaben heraus war es folgerichtig, ein zweistufiges Tierschutzlabel zu entwickeln. Der Einstiegsstandard wird das Volumengeschäft abdecken und der Premiumstandard wird für einen höheren Mehrpreis wohl etwa das bieten, was heute schon vom Markenfleischprogramm NEULAND geboten wird (zu dessen Trägern gleichfalls der Deutsche Tierschutzbund zählt).

In jedem Fall zeigt die große Diskussion um Tierschutz in der Fleischproduktion, dass jeder in der Fleischbranche gut beraten ist, seine Produktvorteile zum Tierschutz herauszuarbeiten und zum Kunden zu kommunizieren. Das Label des Deutschen Tierschutzbundes bietet die einmalige Chance, von der Glaubwürdigkeit dieser Organisation zu profitieren. Das wird Geld kosten und das wird kontrolliert werden. Aber den Aufwand ist es wert. Denn eines zeichnet sich heute schon ab: Tierschutz ist das neue „Bio“.

Machen wir es wie die IG Metall!

Die IG Metall wächst wieder! Die „Welt am Sonntag“ berichtete in ihrer Ausgabe vom 9. Oktober 2011, dass sogar junge Frauen der Gewerkschaft beitreten. Dabei waren Gewerkschaften insgesamt, und die IG Metall im Besonderen, doch schon als irgendwie vorgestrig abgeschrieben. Niemand wollte mehr in verrauchten Hinterzimmern schnauzbärtige Funktionäre über Klassenkampf hören.

           

Ich widme diese kleine Geschichte den Unternehmerinnen und Unternehmern im Fleischerhandwerk, denen es Sorge macht, in einer stetig schrumpfenden Branche zu leben und zu arbeiten. Denn: Seit Jahrzehnten reduziert sich die Zahl der Fleischerfachgeschäfte in Deutschland etwa alle 15 Jahre um die Hälfte. Wir sollten es deshalb machen wie die IG Metall.

 

Die Gewerkschaftler hatten sich gefragt: 1. Was von dem, was uns schon immer wichtig war, ist heute modern? 2. Wie müssen wir es verpacken, dass es auch modern aussieht? Das Ergebnis war ein Abschneiden von alten sozialistischen Zöpfen und eine neue Werbekampagne, die sich an den Wünschen und Sorgen von jungen Menschen orientiert: www.operationuebernahme.de.

 

Wenn wir die Modernisierung der IG Metall auf das Fleischerhandwerk übertragen, dann kommt für die einzelnen Betriebe beispielsweise heraus, dass vieles im Handwerk topmodern ist: Die persönliche Verantwortung des Meisters, die Beziehung zum Bauern oder das Prinzip „aus der Region, für die Region“ etwa. Diese handwerklichen Werte leben wir dann in modernen Geschäften, in denen es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Spaß macht, zu arbeiten. Denn: Wo das Arbeiten Spaß macht, kauft man auch gerne ein.

Kaufen Sie ein Elektroauto!

Der beste Marketingtipp heißt jetzt “Kaufen Sie ein Elektroauto für Ihr Unternehmen!” Mit einer auffälligen Fahrzeugbeschriftung versehen, nutzen Sie das E-Mobil für kleinere Lieferfahrten und parken es ansonsten demonstrativ möglichst nah am Ladeneingang. Vielleicht werden Sie auch bald eine Münztankstelle für die E-Bikes und E-Autos Ihrer Kunden einrichten. Die Verweildauer dieser Kunden in Ihrem Ladengeschäft wird sprunghaft ansteigen, denn das Tanken eines E-Fahrzeugs dauert!

Sie können nun einmal so handeln, weil Sie Öko-Überzeugungstäter sind. Sie können auch so handeln, weil Sie erkannt haben, dass Ökologie zentral wird, dass jedes Geschäft künftig nur noch funktioniert, wenn es für die Natur, Klima und nachfolgende Generationen verträglich ist. Sie können aber auch so handeln, weil Sie teueres Benzin und teuere KFZ-Steuern sparen wollen . Es ist aber auch nicht unanständig so handeln, weil Sie damit Marketing für Ihr Geschäft betreiben.

Die enorme Öffentlichkeitswirkung, die derzeit mit einem Elektroauto erreicht werden kann, rechnet schon den Mehrpreis in der Anschaffung. Aber das Elektroauto ist hier nur ein Symbol für eine größere Entwicklung. Deutschland hat längst angefangen, aus dem weltweit besten aller Wirtschaftssysteme, der sozialen Marktwirtschaft, eine Ökologische Soziale Marktwirtschaft zu machen. Wir werden - aus Vernunft oder aus der Not heraus - Ressourcen stärker besteuern und Arbeit dafür weniger: Alle Produkte aus den knapper werdenden Bodenschätzen werden teuerer werden müssen, die Mineralölsteuer und die Mehrwertsteuer auf ökologisch schädliche Produkte werden steigen.

Die Preise werden künftig stärker die ökologische Wahrheit sagen müssen. Das ist gut für uns alle. Denn das heißt, dass wir uns Produkte, die wir uns ökologisch leisten können, auch ökonomisch bezahlen können! Handwerkliche Erzeugnisse, die heute vor allem teuer sind, weil sie arbeitsintensiv hergestellt werden, werden dadurch günstiger. Alles, was viele Rohstoffe und viel Energie verbraucht und weit gefahren werden muss, wird dadurch teuerer. Wir haben drei Möglichkeiten, dieser Entwicklung zu begegnen:

1. Wir schauen zu, bleiben passiv, lassen die Sache mal auf uns zukommen.

2. Wir schimpfen auf diese Entwicklung - etwa so wie der letzte Deutsche Kaiser vor gut 100 Jahre, als er sagt: “Ich bin überzeugt, dass das Automobil eine vorübergehende Entwicklung ist. Die Zukunft gehört dem Pferd!”

3. Wir zeigen als Vorturner des ökologischen Wandels, dass wir selbst Teil der Moderne, Teil der Zukunft sind!

Begeistern wie John F. Kennedy

Vor 50 Jahren, genau am 25. Mai 1961, sagte der amerikanische Präsident John F. Kennedy, “… that this nation should commit itself to achieving the goal, before the decade is out, of landing a man on the moon and returning him safely to the earth”.

Die Vision, dass bald der erste Mensch auf dem Mond landen wird - und dieser erste Mensch natürlich ein Amerikaner sein wird - versetzte eine Nation in eine starke Aufbruchstimmung. Die Zuversicht einer Nation hieß: Alles wird gut werden mit diesem Präsidenten. Spätestens jetzt war Amerika wirklich das “Land der unbegrenzten Möglichkeiten”.

Das Beispiel zeigt, dass eine Führungskraft mit der Vorgabe eines gemeinsamen Ziels eine starke Motivation schaffen kann. John F. Kennedy gibt damit auch den Führungskräften in den Unternehmen ein gutes Vorbild.

Die wichtigsten Erkenntnisse zur Motivationswirkung von Zielen:

- Wer will, dass ihm andere folgen, muss ein seinem Handeln erkennen lassen, dass er das Ziel kennt und dass es sich für alle lohnt, mit ihm dieses Ziel zu verfolgen.

- Ein Ziel, das alle begeistert, führt dazu, dass Mitarbeiter aus freien Stücken gerne auf dieses Ziel hinarbeiten.

- Ein verinnerlichtes Ziel führt dazu, dass unser Unterbewusstsein alle unsere Handlungen darauf überprüft , ob sie der Zielerreichung dienen. Wenn das der Fall ist, haben wir volle Energie zur Verfügung.

- Wer kein Ziel hat - wer also letztlich gar nicht weiß, wo er ankommen will, wird nur schwer überhaupt Menschen finden, die ihm folgen wollen. Die wenigen, die ihm folgen, werden stets zögerlich sein.

- Die Erklärung von Unternehmenszielen bewirkt Mitarbeiterinformation und fördert die Motivation. Führungskräfte, die auf Information verzichten, fördern die Spekulation.