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Archive für Mai 2009
Handwerk ist teuer, aber macht Sinn
15.5.2009 von admin.
Fleischerhandwerk, das ist die aufwändigste und teuerste Möglichkeit Fleischerzeugnisse herzustellen. Es kostet viel mehr, in relativ kleinen Mengen eine große Palette von Waren mehrmals wöchentlich frisch herzustellen, dabei gelernte Fachkräfte einzusetzen und auf manche Möglichkeit der Kostenreduzierung zu verzichten.
Bestünde Qualität nur aus technisch messbaren Größen, dann würde die Industrie das gleiche wie das Fleischerhandwerk herstellen, nur eben deutlich kostengünstiger und die Metzger müssten von der Bühne abtreten. Müssen Sie aber nicht! Denn Handwerk ist zwar kostenaufwändig, macht aber Sinn. Die Konsumenten kaufen an den Theken der Fleischerfachgeschäfte aber nicht nur Fleisch und Wurst, sie erwerben auch Sinn. Dieser Sinn muss ihnen natürlich von jeder Bedienkraft auch erklärt werden. Die Kunden müssen durch den Einkauf im Fleischerfachgeschäft erfahren, was regionale Waren- und Wirtschaftskreisläufe bedeuten: Dass es auch in Zukunft noch Bauern in der Region gibt. Dass Köche, Metzger und Verkäuferinnen Arbeit finden. Dass auf die vielen Mittelchen zur Kostenminimierung und Haltbarkeitsverlängerung verzichtet wird. Dass für alles, was da passiert noch einer (der verantwortliche Meister) eine absolute persönliche Qualitätsgarantie übernimmt.
Es muss ja nun manches zwanzig oder dreißig Jahre altmodisch gelten, um plötzlich wieder ganz hip zu sein – manches spricht dafür, dass dies für „Handwerk“ gilt. Wer liest, wie sich Zukunfts- und Trendforscher mit den „Sinnmärkten“ auseinandersetzen, weiß, dass die Menschen nach Werthaltigkeit, Tiefe und Orientierung suchen (und danach suchen auch die, die nicht die ganz große Kaufkraft haben).
Ein Bravo in dieser Sache richte ich an die Fleischerinnung Fürth: Die Mitgliedsbetriebe und der Metzgerschlachthof Fürth werben mit „Sauwohl – ohne Gentechnik gefüttert“. Hinter den Metzgern steht da auch der Bund Naturschutz in Bayern (BUND). Mit solchen Aktionen werden die Metzger zur grundsätzlichen Alternative.
Geschrieben in Finanzen | Drucken | 1 Kommentar »