Archive für Mai 2011

Kaufen Sie ein Elektroauto!

Der beste Marketingtipp heißt jetzt “Kaufen Sie ein Elektroauto für Ihr Unternehmen!” Mit einer auffälligen Fahrzeugbeschriftung versehen, nutzen Sie das E-Mobil für kleinere Lieferfahrten und parken es ansonsten demonstrativ möglichst nah am Ladeneingang. Vielleicht werden Sie auch bald eine Münztankstelle für die E-Bikes und E-Autos Ihrer Kunden einrichten. Die Verweildauer dieser Kunden in Ihrem Ladengeschäft wird sprunghaft ansteigen, denn das Tanken eines E-Fahrzeugs dauert!

Sie können nun einmal so handeln, weil Sie Öko-Überzeugungstäter sind. Sie können auch so handeln, weil Sie erkannt haben, dass Ökologie zentral wird, dass jedes Geschäft künftig nur noch funktioniert, wenn es für die Natur, Klima und nachfolgende Generationen verträglich ist. Sie können aber auch so handeln, weil Sie teueres Benzin und teuere KFZ-Steuern sparen wollen . Es ist aber auch nicht unanständig so handeln, weil Sie damit Marketing für Ihr Geschäft betreiben.

Die enorme Öffentlichkeitswirkung, die derzeit mit einem Elektroauto erreicht werden kann, rechnet schon den Mehrpreis in der Anschaffung. Aber das Elektroauto ist hier nur ein Symbol für eine größere Entwicklung. Deutschland hat längst angefangen, aus dem weltweit besten aller Wirtschaftssysteme, der sozialen Marktwirtschaft, eine Ökologische Soziale Marktwirtschaft zu machen. Wir werden - aus Vernunft oder aus der Not heraus - Ressourcen stärker besteuern und Arbeit dafür weniger: Alle Produkte aus den knapper werdenden Bodenschätzen werden teuerer werden müssen, die Mineralölsteuer und die Mehrwertsteuer auf ökologisch schädliche Produkte werden steigen.

Die Preise werden künftig stärker die ökologische Wahrheit sagen müssen. Das ist gut für uns alle. Denn das heißt, dass wir uns Produkte, die wir uns ökologisch leisten können, auch ökonomisch bezahlen können! Handwerkliche Erzeugnisse, die heute vor allem teuer sind, weil sie arbeitsintensiv hergestellt werden, werden dadurch günstiger. Alles, was viele Rohstoffe und viel Energie verbraucht und weit gefahren werden muss, wird dadurch teuerer. Wir haben drei Möglichkeiten, dieser Entwicklung zu begegnen:

1. Wir schauen zu, bleiben passiv, lassen die Sache mal auf uns zukommen.

2. Wir schimpfen auf diese Entwicklung - etwa so wie der letzte Deutsche Kaiser vor gut 100 Jahre, als er sagt: “Ich bin überzeugt, dass das Automobil eine vorübergehende Entwicklung ist. Die Zukunft gehört dem Pferd!”

3. Wir zeigen als Vorturner des ökologischen Wandels, dass wir selbst Teil der Moderne, Teil der Zukunft sind!

Begeistern wie John F. Kennedy

Vor 50 Jahren, genau am 25. Mai 1961, sagte der amerikanische Präsident John F. Kennedy, “… that this nation should commit itself to achieving the goal, before the decade is out, of landing a man on the moon and returning him safely to the earth”.

Die Vision, dass bald der erste Mensch auf dem Mond landen wird - und dieser erste Mensch natürlich ein Amerikaner sein wird - versetzte eine Nation in eine starke Aufbruchstimmung. Die Zuversicht einer Nation hieß: Alles wird gut werden mit diesem Präsidenten. Spätestens jetzt war Amerika wirklich das “Land der unbegrenzten Möglichkeiten”.

Das Beispiel zeigt, dass eine Führungskraft mit der Vorgabe eines gemeinsamen Ziels eine starke Motivation schaffen kann. John F. Kennedy gibt damit auch den Führungskräften in den Unternehmen ein gutes Vorbild.

Die wichtigsten Erkenntnisse zur Motivationswirkung von Zielen:

- Wer will, dass ihm andere folgen, muss ein seinem Handeln erkennen lassen, dass er das Ziel kennt und dass es sich für alle lohnt, mit ihm dieses Ziel zu verfolgen.

- Ein Ziel, das alle begeistert, führt dazu, dass Mitarbeiter aus freien Stücken gerne auf dieses Ziel hinarbeiten.

- Ein verinnerlichtes Ziel führt dazu, dass unser Unterbewusstsein alle unsere Handlungen darauf überprüft , ob sie der Zielerreichung dienen. Wenn das der Fall ist, haben wir volle Energie zur Verfügung.

- Wer kein Ziel hat - wer also letztlich gar nicht weiß, wo er ankommen will, wird nur schwer überhaupt Menschen finden, die ihm folgen wollen. Die wenigen, die ihm folgen, werden stets zögerlich sein.

- Die Erklärung von Unternehmenszielen bewirkt Mitarbeiterinformation und fördert die Motivation. Führungskräfte, die auf Information verzichten, fördern die Spekulation.

Gemeinschaftsschule schafft bessere Lehrlinge

Schulkinder werden früh getrennt in solche, die Abitur machen sollen und solche, die übrig bleiben dürfen. Die übrig gebliebenen sitzen dann in der Hauptschule, auch Restschule genannt. Dort, so sagte es der baden-württembergische Handwerkspräsident Joachim Möhrle am 04. Mai 2011 in der Tageszeitung ‘taz’ “leidet die Lernatmosphäre und das Anspruchsniveau erheblich”. Um das “Ausbluten der Hauptschule” zu verhindern und die Zahl der “Risikoschüler” zu reduzieren, fordert Möhrle “eine gemeinsame Basisschule für alle Kinder bis zur neunten Klasse”.

Das ist für die Gesellschaft und für das Handwerk eine gute und richtige Forderung. Längeres gemeinsames Lernen fordert und fördert gerade die schwächeren Schüler. Frühzeitige Elitenbildung unter neun- oder zehnjährigen Kindern lässt die, die nicht zur Noten-Elite gehören, noch schneller abrutschen. Die Gemeinschaftsschule fördert die Gemeinschaft der Schüler und verhindert unerwünschte soziale Klassenbildung. Mehr Gemeinschaftsschulen reduzieren die Unterschichtenprobleme und stärken den Mittelstand. Vor allem aber kriegen wir so bessere Lehrlinge - und die brauchen wir mehr denn je!

Autor: Fritz Gempel

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